Grevenbroich verschärft Leinenpflicht zum Schutz seltener Wildtiere in der Brutzeit
Klaas LübsGrevenbroich verschärft Leinenpflicht zum Schutz seltener Wildtiere in der Brutzeit
In Grevenbroich gelten ab sofort neue Leinenpflicht-Regeln, um Wildtiere während der Brutzeit zu schützen. Von März bis Mai werden strengere Kontrollen durchgeführt, um Störungen durch frei laufende Haustiere zu verhindern. Die Maßnahmen sollen den Stress für gefährdete Arten in ihrer kritischsten Jahreszeit verringern.
Nach dem Landeshundegesetz von Nordrhein-Westfalen müssen bestimmte Hunderassen und als gefährlich eingestufte Hunde stets angeleint und mit Maulkorb geführt werden. In Grevenbroich gehen die Einschränkungen noch weiter: Hunde müssen in besiedelten Gebieten, auf öffentlichen Straßen, in Einrichtungen und im Nahverkehr an der Leine bleiben. Die Regeln gelten auch für Wälder, Felder und Weiden, wo Hunde Wildtiere aufscheuchen könnten.
Während der Brut- und Setzzeit sind etwa 15 bis 20 Arten besonders durch frei laufende Hunde gefährdet. Dazu zählen laut lokalen Artenschutzplänen unter anderem Haubentaucher, Kiebitze, Rebhühner, Wachteln, Enten und Singvögel. Schon die bloße Anwesenheit eines Hundes kann Stressreaktionen auslösen, sodass Elterntiere ihre Nester verlassen oder Jungtiere von ihren Eltern getrennt werden.
Um Schäden zu minimieren, dürfen Hunde nur auf ausgewiesenen Hauptwegen in freier Natur und Wäldern frei laufen. Sie müssen dabei unter Kontrolle bleiben und dürfen die Wege nicht verlassen. Verstöße, wie das Betreten von Waldflächen oder Feldern abseits der Wege, erfordern das sofortige Anleinen der Hunde.
Die Beschränkungen dienen dem Schutz der Wildtiere in ihren verletzlichsten Monaten. Die Behörden betonen, wie wichtig verantwortungsvoller Umgang mit Hunden ist, um langfristige Schäden für das lokale Ökosystem zu vermeiden. Hundebesitzer werden aufgefordert, die Regeln bis zum Ende der Saison im Mai strikt einzuhalten.






