04 February 2026, 01:18

Gießen zeigt Solidarität nach Brandanschlag auf Synagoge und sendet starkes Signal gegen Antisemitismus

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf der Straße in Berlin, mit Schildern und Transparenten, einige fahren Fahrräder, vor einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.

Gießen zeigt Solidarität nach Brandanschlag auf Synagoge und sendet starkes Signal gegen Antisemitismus

Rund 300 Menschen versammelten sich am Sonntag in Gießen, um ihre Solidarität mit der örtlichen jüdischen Gemeinde zu bekunden. Die Kundgebung folgte einem Brandanschlag auf den Eingang der Synagoge am 13. Januar, bei dem ein 32-jähriger Mann einen Mülleimer in Brand gesetzt hatte. Verletzte gab es zwar nicht, doch die Tat hat die Gemeinde tief erschüttert.

Die Demonstration fand auf dem Kircheplatz statt und wurde von der Stadt Gießen gemeinsam mit etwa 50 Gruppen organisiert. Darunter waren die Polizei, religiöse Gemeinden, Gewerkschaften, politische Parteien und lokale Initiativen. Zu den Rednern zählten Polizeipräsident Torsten Krückemeier, der Ratsvorsitzende Joachim Grußdorf, der DGB-Gewerkschaftssekretär Klaus Zecher, religiöse Würdenträger sowie die Schülerin Paula Brand.

Der Schauspieler Roman Kurtz verlas eine gemeinsame Erklärung der Gießener Parteien und Fraktionen. Musikalische Beiträge von Benjamin Schneider und Laura Baradé unterstrichen die stimmungsvolle Atmosphäre der Veranstaltung, bevor der Gemeindevorsitzende Dow Aviv mit einer Schlussansprache die Kundgebung beendete. In seinen abschließenden Worten betonte Aviv: "Die Demonstration endet jetzt, aber unsere Verantwortung hört nie auf."

Bürgermeister Frank-Tilo Becher unterstrich, dass der Anschlag das Herz des jüdischen Lebens in der Stadt getroffen habe. Antisemitismus sei ein Angriff auf die Gesellschaft und die demokratischen Werte. Der Tatverdächtige, der derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht ist, wurde bisher nicht offiziell angeklagt.

Die Kundgebung sollte die Unterstützung für die jüdische Gemeinde Gießens nach dem Brandanschlag bekräftigen. Veranstalter und Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, wachsam gegen Antisemitismus zu bleiben. Die Demonstration endete mit Appellen zur Einheit und dem Bekenntnis, demokratische Grundsätze zu verteidigen.