19 June 2026, 04:15

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht still"

Gabriele Stötzers mutige Kunst zwischen Widerstand und Wollfiguren im Gropius Bau

Der Gropius Bau in Berlin zeigt große Einzelausstellung der Künstlerin Gabriele Stötzer

Die Schau präsentiert rund 150 Werke der 73-jährigen Künstlerin – von Videos und Fotografien über Mode bis hin zu großen Wollfiguren. Stötzer zählt nach wie vor zu den prägendsten Persönlichkeiten der deutschen Gegenwartskunst.

Ihr Schaffen ist geprägt von künstlerischem Erfindungsreichtum und politischem Widerstand. Ende der 1970er Jahre gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und brach damit Tabus in der restriktiven Kulturszene der DDR. Als sie eine Petition gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnete, wurde sie inhaftiert. Im Gefängnis nähte sie Strumpfhosen – ein kleiner Akt des Widerstands und der Kreativität.

1989 beteiligte sie sich an der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung in Erfurt, eine mutige Geste gegen das Regime. Trotz ihrer DDR-Vergangenheit lehnt sie es ab, allein als „Ost-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Ihr Werk durchbricht bis heute gängige Erwartungen.

Die Ausstellung im Gropius Bau läuft noch bis zum 6. Dezember, mit einer besonderen Performance im August. Im Herbst wird Stötzer zudem mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands.

Die Schau bietet einen umfassenden Einblick in Stötzers vielseitiges Œuvre. Ihr künstlerisches und aktivistisches Wirken hat die deutsche Kultur nachhaltig geprägt – die anstehende Ehrung und Performance unterstreichen ihren anhaltenden Einfluss.

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