Fürther Jugendrat will Armutskriminalität mit Hilfe statt Strafe bekämpfen
Brunhilde JesselFürther Jugendrat will Armutskriminalität mit Hilfe statt Strafe bekämpfen
Der Fürther Jugendrat fordert einen Wandel im Umgang mit Bagatelldelikten, insbesondere bei Straftaten, die aus Armut begangen werden. Ein aktueller Antrag mit dem Titel „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ wird am 1. Juli debattiert und schlägt Alternativen zu Strafmaßnahmen für gefährdete Gruppen vor.
Ursprünglich hatte sich der Rat dafür eingesetzt, dass der Verkehrsverbund infra Fälle von Schwarzfahren nicht mehr an die Behörden meldet. Daraus resultierte eine Vereinbarung, wonach Menschen in prekären Verhältnissen künftig nicht mehr wegen Fahrens ohne Ticket strafrechtlich verfolgt werden.
Alexander Bohn, Vorsitzender des Jugendrats, betonte die Bedeutung von Präventionsprogrammen, um die Ursachen von Kriminalität zu bekämpfen. Der Rat setzt sich zudem für eine frühere Einbindung der Jugendhilfe in Strafverfahren ein. Julia Dierauf, seine Stellvertreterin, argumentierte, dass junge Straftäter aus benachteiligten Verhältnissen gezielte Unterstützung statt Bestrafung benötigten.
Zu den vorgeschlagenen Lösungen gehören der Ausbau von Streetwork und mobilen Jugenddiensten. Zudem fordert der Rat eine zentrale Meldestelle für Opfer sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt, um den Zugang zu Hilfe zu verbessern.
Der Antrag spiegelt eine breitere Initiative wider, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von Strafen bei armutsbedingten Delikten zu verringern. Sollten die Änderungen angenommen werden, könnten sie die lokale Reaktion auf Bagatellstraftaten neu gestalten – mit dem Fokus auf Unterstützung statt Bestrafung für diejenigen, die sie am dringendsten brauchen.
