Friedman und Pistorius warnen: Demokratie steht auf dem Spiel
Brunhilde JesselFriedman und Pistorius warnen: Demokratie steht auf dem Spiel
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und Verlagsmanager Michel Friedman warnen vor dem Zustand der Demokratie
Beide äußerten bei der Verleihung des Werner-Holzer-Preises für Auslandsberichterstattung dringende Bedenken: Demokratische Werte seien keineswegs selbstverständlich.
Friedman, Vorsitzender des Werner-Holzer-Instituts, bezeichnete die heutige Zeit als die kritischste Phase seit 1945. Er zog Parallelen zum Untergang der Weimarer Republik, den er auf Erschöpfung und Gleichgültigkeit ihrer Verteidiger zurückführte. Seine Worte unterstrichen, wie verletzlich demokratische Systeme werden, wenn das öffentliche Engagement nachlässt.
Pistorius griff diese Sorgen auf und betonte, Unwissenheit entbinde nicht von der Pflicht, die Demokratie zu verteidigen. Er verurteilte gewählte Amtsträger, die die Menschenwürde missachten – ein Grundprinzip, das in Artikel 1 des Grundgesetzes verankert ist. Der Minister warnte zudem vor Selbstzufriedenheit: Angesichts wachsender Bedrohungen sei aktiver Widerstand nötig. Beide Kritiker verwiesen auf aktuelle Entwicklungen in den USA, wo sie demokratische Normen unter Druck sehen. Gleichzeitig hoben sie die zentrale Rolle der Auslandsberichterstattung für den Schutz demokratischer Werte hervor. Bei der Veranstaltung wurde der Werner-Holzer-Preis für Auslandsberichterstattung 2022 verliehen, den das Werner-Holzer-Institut organisiert.
Die Feierlichkeit entwickelte sich zu einem Appell für mehr demokratisches Engagement. Pistorius und Friedman machten deutlich: Wachsamkeit und Mitwirkung seien unverzichtbar. Ihre Warnungen zeigen, dass die Herausforderungen nicht nur in Deutschland, sondern in etablierten Demokratien weltweit zunehmen.