06 May 2026, 07:24

Frauen dominieren Apotheken – doch Anerkennung bleibt aus

Eine Apothekerin in einem weißen Laborkittel steht vor einer sitzenden Frau in einer Apotheke, mit Regalen voller Schachteln und Gegenständen im Hintergrund.

Frauen dominieren Apotheken – doch Anerkennung bleibt aus

Frauen prägen Deutschlands öffentliche Apotheken – und stellen fast 90 Prozent der Belegschaft

Zum Internationalen Frauentag rückt der Verband Adexa die zentrale Rolle von Frauen in Apotheken in den Fokus. Sie fordern mehr Anerkennung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, die von der Patientenberatung bis zur Arzneimittelsicherheit alles verantworten.

Laut aktuellen Daten des Deutschen Apothekerverbands (ABDA) aus dem Jahr 2024 sind 89,2 Prozent aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in öffentlichen Apotheken Frauen. Bei Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) liegt der Anteil sogar bei 96,6 Prozent, bei Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) bei 97,5 Prozent. Selbst unter den approbierten Apothekerinnen und Apothekern stellen Frauen mit 74,1 Prozent die Mehrheit – ein ähnliches Bild zeigt sich in der Ausbildung.

Tanja Kratt, Bundesvorstandsmitglied von Adexa, betont, dass Frauen in Apotheken Schlüsselfunktionen übernehmen: Sie beraten Kundinnen und Kunden, sichern die Arzneimittelversorgung und halten den Betrieb am Laufen. Doch trotz ihrer unverzichtbaren Rolle sehen sie sich strukturellen Hürden gegenüber.

So beträgt der Gender-Pay-Gap in Deutschland weiterhin rund 16 Prozent – Frauen verdienen damit 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei vergleichbarer Arbeit. Hinzu kommt, dass sie den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit tragen: Kinderbetreuung, Haushalt und Pflege von Angehörigen. Dies bremst oft den beruflichen Aufstieg. Kratt macht deutlich: „Wer die Leistungen von Frauen in Apotheken wirklich wertschätzen will, muss diese Probleme angehen.“

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Der Vorstoß von Adexa kommt zu einer Zeit, in der Frauen das Rückgrat des Apothekenwesens in Deutschland bilden. Der Verband fordert faire Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und den Abbau systemischer Benachteiligungen. Ohne solche Veränderungen droht die Branche, die Ungleichheiten zu zementieren, unter denen vor allem ihre überwiegend weiblichen Beschäftigten leiden.

Quelle