Frankfurt festigt seine Rolle als Europas mächtigstes Finanzzentrum nach dem Brexit
Helga MüllerFrankfurt festigt seine Rolle als Europas mächtigstes Finanzzentrum nach dem Brexit
Frankfurt hat seine Position als finanzielles Nervenzentrum Europas weiter gefestigt. Die Stadt beherbergt zentrale Institutionen wie die Europäische Zentralbank (EZB), die die Geldpolitik für die 20 Länder der Eurozone bestimmt. Ihre Rolle bei Geld-, Daten- und Kapitalströmen macht sie zu einem entscheidenden Knotenpunkt für den Kontinent.
Die EZB steuert die Leitzinsen, Anleihenkaufprogramme und Liquiditätsmaßnahmen, die die Wirtschaft der Eurozone prägen. Zudem ist in Frankfurt der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (SSM) angesiedelt, der die größten Banken Europas direkt überwacht.
Die Deutsche Börse AG mit ihren Tochtergesellschaften Xetra, Clearstream und Eurex bildet das Rückgrat der finanziellen Stärke der Stadt. Besonders Eurex hat seit dem Brexit einen größeren Anteil am Euro-Clearing gewonnen. Die Deutsche Bundesbank, Deutschlands Zentralbank, spielt weiterhin eine zentrale Rolle im Eurosystem.
Der Brexit brachte Frankfurt weiteres Wachstum. Rund 2,5 Billionen Euro an Vermögenswerten wurden von London in EU-Finanzzentren verlagert – der größte Teil davon nach Frankfurt. Viele internationale Banken bauten ihre Aktivitäten in der Stadt aus. Doch Frankfurt ist nicht nur finanziell führend: Als digitaler Standort beherbergt die Stadt DE-CIX, einen der größten Internet-Knotenpunkte der Welt.
Frankfurt ist heute ein dominierendes Finanz- und Digitalzentrum in Europa. Seine Institutionen, die Infrastruktur und die Gewinne nach dem Brexit haben seinen Status weiter gestärkt. Die Einflussnahme der Stadt in den Bereichen Bankwesen, Handel und Datenaustausch bleibt in der Region unübertroffen.
