Frankfurt bleibt das "schlagende Herz" des europäischen Finanzsystems – trotz Brexit und Londoner Konkurrenz
Carina KrauseFrankfurt bleibt das "schlagende Herz" des europäischen Finanzsystems – trotz Brexit und Londoner Konkurrenz
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat die zentrale Rolle Frankfurts im europäischen Finanzsystem bekräftigt. Bei der Jahresveranstaltung der Deutschen Börse AG bezeichnete er die Stadt als das "schlagende Herz des europäischen Finanzsystems" und einen entscheidenden Motor für die regionale Stabilität. Seine Äußerungen erfolgten im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz, der in diesem Jahr die Hauptrede hielt.
Rhein betonte die Widerstandsfähigkeit Frankfurts, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und Handelskonflikten. Trotz des Brexits habe die Stadt ihre Stärke bewahrt, so der Ministerpräsident – nicht zuletzt dank ihrer institutionellen Vorteile als Sitz der Europäischen Zentralbank. Über 400 Banken sind dort ansässig, und das Handelsvolumen bei Derivaten ist beträchtlich, auch wenn London nach wie vor die globale Finanzdienstleistungsbranche dominiert.
Der Regierungschef lobte die enge Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, die er als verlässlichen Partner bei der Stärkung des hessischen Finanzsektors bezeichnete. Rhein hob zudem aktuelle Maßnahmen wie das Standortförderungsgesetz und Anreize für den vorzeitigen Ruhestand als wichtige Impulse für die Wettbewerbsfähigkeit Frankfurts hervor.
Um die Position der Stadt weiter zu festigen, kündigte Rhein an, Bürokratie abzubauen und die Digitalisierung zu beschleunigen. Er unterstrich die Notwendigkeit kontinuierlicher Fortschritte auf nationaler und EU-Ebene, etwa durch einheitliche Meldepflichten. Als Beispiel für abgestimmtes Handeln führte er das Finanzplatzkabinett des Landes an, in dem zentrale Akteure zusammenarbeiten.
Für die Zukunft versprach Rhein, die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit Frankfurts zu steigern. Sein Ziel ist es, den Ruf der Stadt als führenden Finanzstandort in Europa weiter zu festigen.
Frankfurt bleibt ein Schlüsselfaktor in der europäischen Finanzlandschaft. Die Fähigkeit der Stadt, Investitionen anzuziehen und Stabilität zu wahren, steht für die hessische Landesregierung weiterhin an oberster Stelle. Mit laufenden Reformen und starker Unterstützung aus Berlin dürfte Frankfurts Position als eines der wichtigsten Finanzzentren Europas Bestand haben.