10 May 2026, 12:22

Felix Banaszak fordert Männerräume für feministische Debatten – und erntet Spott

Eine Sammlung von illustrierten Porträts von Männern mit verschiedenen Ausdrücken, Haarstilen und offensichtlichen Altersstufen, betitelt mit "Unsere Künstler - Vergangenheit und Gegenwart."

Felix Banaszak fordert Männerräume für feministische Debatten – und erntet Spott

Eine wachsende Debatte über die Rolle von Männern im Feminismus rückt Felix Banaszak, den Co-Vorsitzenden der Grünen, in den Fokus. Der Politiker, bekannt für seine pinkfarbenen Bürowände, fordert nun, dass Männer eigene Räume brauchen, um sich mit Geschlechterfragen auseinanderzusetzen. Sein Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der rechtspopulistische Politiker wie Maximilian Krah von der AfD jungen Männern mit Beziehungsproblemen ganz andere Ratschläge erteilen.

Banaszak hatte bereits Anfang dieses Jahres in einem Playboy-Interview versucht, junge Männer für feministische Ideen zu begeistern. Doch nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Komiker Christian Ulmen wegen sexueller Belästigung gab er zu, dass sein Ansatz zu zurückhaltend gewesen sei. Jetzt betont er, dass Männer eine klarere Haltung einnehmen müssten, um traditionelle Geschlechterrollen infrage zu stellen.

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Sein jüngster Besuch bei Vaterwelten in Krefeld – einer Initiative, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet – unterstrich seine Forderung nach besserer Förderung solcher Projekte. Die Grünen, so Banaszak, sollten mehr Räume schaffen, in denen Männer offen darüber sprechen können, wie starre Geschlechtererwartungen auch sie belasten.

Doch Banaszaks Bemühungen stoßen auf Spott. Ein Kolumnist der Welt bezeichnete die Partei als „unerträglich selbstgefällig“ und kritisierte sogar die Farbe seiner Bürowände. Der Seitenhieb zielte auf seine Vorliebe für Pink – eine Farbe, die vor zwanzig Jahren noch Fußballtorwart Tim Wiese ohne öffentliche Kritik auf dem Platz tragen konnte.

Die Diskussion spiegelt tiefere gesellschaftliche Gräben wider. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher links der Mitte wählten. Krahs jüngstes Video, in dem er frustrierte junge Männer auffordert, „nach rechts“ zu gehen, zeigt, wie unterschiedlich politische Gruppen auf ihre Sorgen reagieren.

Banaszaks Kampagne für eine stärkere Einbindung von Männern in den Feminismus steht damit im Kontrast zur AfD-Strategie, junge männliche Wähler anzusprechen. Der Vorstoß der Grünen für mehr Förderung und Dialog markiert einen strategischen Wandel – doch die Resonanz bleibt gespalten. Gleichzeitig macht der Gegensatz zwischen feministischem Engagement und rechtspopulistischer Ansprache eine größere Auseinandersetzung deutlich: Wie lassen sich Männer in der heutigen politischen Landschaft erreichen?

Quelle