25 June 2026, 00:23

FDP-Streit eskaliert nach Hagens Interview mit Junger Freiheit

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert nach Hagens Interview mit Junger Freiheit

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) ist eine Debatte entbrannt, nachdem ihr Generalsekretär Martin Hagen ein Interview der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit gegeben hat. Der Schritt hat scharfe Kritik von führenden Parteimitgliedern ausgelöst, darunter der früheren Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Leutheusser-Schnarrenberger, eine bekannte linksliberale Stimme in der FDP, verurteilte Hagens Entscheidung. Sie argumentierte, dass der Austausch mit der Jungen Freiheit die Gefahr berge, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Ihre Bedenken wurden vom Spiegel aufgegriffen, der behauptete, das Interview verletze eine journalistische Brandmauer.

Hagen verteidigte seine Entscheidung und betonte, das Blatt sei weder unzuverlässig noch verfassungsfeindlich. Gleichzeitig stellte er klar, dass die AfD als möglicher Partner für die FDP weiterhin tabu bleibe. Zudem beklagte er einen gesellschaftlichen Rückgang konstruktiver Debattenkultur und warnte, dass die Unfähigkeit zum Streit die Demokratie gefährde.

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Die Kontroverse hat bereits Konsequenzen: Sabine Döring sagte ihre Teilnahme an einer Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung ab – als Protest gegen das gewählte Diskussionsforum. Unterdessen lobte FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer Hagens Interview und argumentierte, politisches Engagement dürfe sich nicht auf Echokammern beschränken.

Der Streit offenbart tiefe Gräben in der FDP darüber, wie mit rechtsextremen Medien und Parteien umgegangen werden soll. Während Hagen an seiner Haltung festhält, fordern Kritiker klarere Grenzen. Die Partei steht nun vor der Herausforderung, offenen Dialog mit ihren politischen Grundsätzen in Einklang zu bringen.

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