EZB wird zum größten Hedgefonds der Eurozone – mit riskanten 440-Milliarden-Wetten
Helga MüllerEZB wird zum größten Hedgefonds der Eurozone – mit riskanten 440-Milliarden-Wetten
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Rolle weit über die traditionelle Geldpolitik hinaus ausgedehnt. Durch den Kauf von 440 Unternehmensanleihen agiert sie nun als größter Hedgefonds der Eurozone. Mit diesem Schritt will sie die Finanzierungsbedingungen in der gesamten Wirtschaft umgestalten – doch nicht ohne Risiken.
Bei ihrer Anleihenkaufoffensive erwirbt die EZB auch Schuldtitel italienischer, portugiesischer und finnischer Unternehmen, darunter mittelgroße und privat geführte Firmen. Fast die Hälfte der Papiere ist mit einem Rating von B oder schlechter eingestuft – sie gelten damit als besonders ausfallgefährdet.
Um Anleihen als investmentgrade – also als Anlage mit guter Bonität – einzuordnen, wählt die EZB das beste Rating der vier großen Agenturen aus. Auf diese Weise hält sie auch Wertpapiere, die andere als "Ramsch" einstufen. Sollte eines dieser Unternehmen pleitegehen, tragen die Steuerzahler der Eurozone die Verluste.
Die Strategie der EZB ähnelt der der Bank von Japan und positioniert beide als die größten Hedgefonds der Welt außerhalb der USA und Londons. Das Ziel der EZB ist klar: durch massives Markteingreifen die Finanzierungsbedingungen zu verbessern. Kritiker warnen jedoch, dass solche groß angelegten Käufe erhebliche finanzielle Gefahren bergen.
Die EZB hält nun Unternehmensanleihen im Wert von 440 Milliarden Euro, viele davon hochriskant. Ihre Maßnahmen haben sie zu einem dominierenden Akteur auf den europäischen Finanzmärkten gemacht. Die langfristigen Folgen für die Steuerzahler und die wirtschaftliche Stabilität bleiben abzuwarten.






