EZB plant digitalen Euro bis 2029 – doch die Politik muss noch zustimmen
Klaas LübsEZB plant digitalen Euro bis 2029 – doch die Politik muss noch zustimmen
Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt die Pläne für einen digitalen Euro voran, um die Abhängigkeit von US-amerikanischen Zahlungsdienstleistern zu verringern. Das Projekt, das noch auf politische Zustimmung wartet, könnte bis 2029 starten, sofern Tests und Verhandlungen wie geplant verlaufen. Unterdessen hat die Bundesbank ihre Strategie verteidigt, die deutschen Goldreserven im Ausland zu lagern, um im Krisenfall schnellen Zugriff zu gewährleisten.
Der digitale Euro soll als "digitales Pendant" zum Bargeld fungieren, es aber nicht ersetzen, wie Burkhard Balz, Mitglied des Bundesbank-Vorstands, betont. Sein Ziel ist es, die finanzielle Widerstandsfähigkeit zu stärken und eine europäische Alternative in einem von US-Unternehmen dominierten Sektor zu bieten. Da es derzeit keine privatwirtschaftliche, europaweite Zahlungslösung gibt, würde der digitale Euro als zusätzliche Option neben bestehenden Systemen dienen – nicht als Ersatz.
Der Zeitplan der EZB sieht vor, im frühen Jahr 2026 Zahlungsdienstleister auszuwählen. Eine Pilotphase mit echten Transaktionen soll Ende 2027 beginnen und zwölf Monate dauern. Dabei werden vier Szenarien getestet: Online- und Offline-Zahlungen zwischen Privatpersonen sowie Online-Transaktionen zwischen Verbrauchern und Unternehmen. Entscheidend bleibt die politische Zustimmung: Der Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) des Europäischen Parlaments wird voraussichtlich im Mai 2026 über sein Verhandlungsmandat abstimmen. Die Gesetzgebung könnte dann noch im selben Jahr finalisiert werden.
Unabhängig davon hat die Bundesbank ihre Begründung für die Lagerung der deutschen Goldbestände im Ausland wiederholt. Die Depots in wichtigen Finanzzentren wie New York und London ermöglichen eine schnelle Mobilisierung in Marktturbulenzen. Balz lehnte es jedoch ab, Details zu Prüfungen zu erörtern, und verwies auf Vertraulichkeitsvereinbarungen mit den zuständigen Zentralbanken.
Eine endgültige Entscheidung über den digitalen Euro wird noch in diesem Jahr erwartet. Bei einer Genehmigung soll die Pilotphase seine Praxistauglichkeit klären, bevor ein möglicher Start 2029 erfolgen könnte. Die Goldlagerpolitik der Bundesbank bleibt unterdessen unverändert – mit Priorität auf Zugänglichkeit statt auf inländischer Aufbewahrung.






