EZB bestraft J.P. Morgan mit 12,2 Millionen Euro wegen falscher Finanzdaten in den USA
Brunhilde JesselECB verhängt Millionen-Euro-Strafe gegen US-Bank J.P. Morgan - EZB bestraft J.P. Morgan mit 12,2 Millionen Euro wegen falscher Finanzdaten in den USA
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die US-Großbank J.P. Morgan mit einer Strafe von 12,2 Millionen Euro belegt, weil das Institut über mehrere Jahre hinweg falsche Finanzdaten übermittelt hat. Wie die EZB feststellte, hatte die Bank zwischen 2019 und 2024 ihre risikogewichteten Aktiva systematisch zu niedrig ausgewiesen und damit die Aufsichtsbehörden über ihr tatsächliches Risikoniveau in den USA getäuscht.
Die Untersuchungen der EZB ergaben, dass J.P. Morgan ihre risikogewichteten Aktiva – eine Kennziffer, die die Verlustanfälligkeit einer Bank misst und darüber entscheidet, wie viel Eigenkapital sie vorhalten muss – unzureichend gemeldet hatte. Durch die Untererfassung wirkte die Kapitaldecke der Bank solider, als sie tatsächlich war, was ein verzerrtes Bild ihrer finanziellen Stabilität in den USA vermittelte.
Die EZB stuft die Fehler als Folge "klarer Mängel in internen Prozessen ein, die mit grober Fahrlässigkeit begangen wurden". Es ist bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass die Bank mit regulatorischen Vorwürfen in den USA konfrontiert wird. Die Bankenaufsicht der EZB, die die größten Kreditinstitute der Eurozone überwacht, verhängte die Strafe nach Abschluss ihrer Prüfung.
J.P. Morgan behält sich vor, gegen den Bescheid vor dem Gericht der Europäischen Union Klage einzureichen. Bisher liegt – Stand 19. Februar 2026 – keine offizielle Stellungnahme der US-Finanzaufsicht zu den EZB-Feststellungen vor.
Der Fall unterstreicht die strenge Haltung der EZB bei der Durchsetzung korrekter Finanzberichterstattung durch systemrelevante Banken in den USA. Durch die unvollständigen Angaben hatte J.P. Morgan ihr tatsächliches Risikoprofil verschleiert, was die Aufsichtstätigkeit beeinträchtigen konnte. Nun bleibt abzuwarten, ob die Bank rechtliche Schritte gegen die Entscheidung in den USA einleitet.






