16 February 2026, 15:23

Europas riskante Abhängigkeit von US-Technologie in Militär und Digitalwirtschaft

Ein Plakat mit "National Cyber Range" in fetter, weißer Schrift auf einem blauen Hintergrund, das eine Weltkugel mit verbundenen Computern zeigt.

Europas riskante Abhängigkeit von US-Technologie in Militär und Digitalwirtschaft

Europas Abhängigkeit von US-Technologie ist in den Bereichen digitale Infrastruktur und militärische Verteidigung immer offensichtlicher geworden. Von Software in Behörden über Kampfflugzeuge bis hin zu Bezahlsystemen – die Abhängigkeit von amerikanischen Unternehmen wirft Fragen zu Kosten, Sicherheit und Eigenständigkeit auf. Aktuelle Initiativen einiger deutscher Bundesländer sowie Kampagnen von Aktivisten drängen nun auf eine größere Unabhängigkeit von ausländischen Anbietern.

Der deutsche öffentliche Sektor setzt seit langem auf Produkte von Microsoft, was die Ausgaben in die Höhe treibt und lokale Alternativen verdrängt. Schleswig-Holstein stellt nun schrittweise auf Open-Source-Lösungen um, die lokal gehostet werden. Gleichzeitig lädt das Bundesland private Unternehmen ein, sich an diesem Wandel zu beteiligen.

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Unterdessen sind die Militärausgaben in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark angestiegen. Die mögliche Rückkehr Donald Trumps ins US-Präsidialamt hat die Dringlichkeit noch verstärkt. Bis Mitte 2024 gaben 23 der 32 NATO-Mitglieder – darunter Deutschland mit 2,12 % – mehr als 2 % ihrer Wirtschaftsleistung für Verteidigung aus. Dennoch stammen über 64 % der Rüstungsimporte in die europäischen NATO-Staaten weiterhin aus den USA, was vor allem amerikanische Rüstungsunternehmen begünstigt statt die heimische Industrie.

Europas Streitkräfte bleiben bei kritischen Systemen wie Satellitenaufklärung und GPS stark von US-Technologie abhängig. Kampfflugzeuge wie die F-35 erfordern ständige Software-Updates, was Befürchtungen vor versteckten Schwachstellen oder ferngesteuerten "Abschaltmechanismen" schürt. Experten betonen, dass eine beschleunigte europaweite Forschung und Entwicklung entscheidend für eine echte militärische Autonomie ist.

Doch die Risiken der US-Technologie-Dominanz beschränken sich nicht auf den Verteidigungssektor. Bezahlsysteme wie Visa, Mastercard und PayPal sowie Plattformen von Apple und Google könnten ihre Dienste einschränken, falls die USA Restriktionen verhängt. Als Reaktion werben Aktivisten für Alternativen wie Firefox, LibreOffice und Signal. Sie haben den ersten Sonntag eines jeden Monats zum "Tag der digitalen Unabhängigkeit" erklärt, um den Umstieg auf lokale und quelloffene Lösungen zu fördern.

Die Bestrebungen nach digitaler und militärischer Eigenständigkeit in Europa gewinnen an Fahrt, doch die Herausforderungen bleiben groß. Während Bundesländer wie Schleswig-Holstein Open-Source-Alternativen erproben, hängt der Verteidigungssektor des Kontinents weiterhin von US-Hardware und -Software ab. Vorerst setzen sich Aktivisten und Politiker weiter für eine schnellere Einführung heimischer Lösungen ein, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern.