01 May 2026, 22:27

Erster Mai in Deutschland: Von Hexenflügen bis zu politischen Märschen

Eine Gruppe von Menschen in farbenfrohen Kostümen tanzt um einen Maibaum, einige halten Holzstäbe, während andere Musikinstrumente im Hintergrund spielen.

Erster Mai in Deutschland: Von Hexenflügen bis zu politischen Märschen

Erster Mai in Deutschland: Alte Bräuche, fröhliche Feste und politische Kundgebungen

In Deutschland verbindet der Erste Mai traditionelle Bräuche, ausgelassene Feiern und politische Demonstrationen. Während der April die Menschen oft noch nach wärmerer Kleidung greifen lässt, läutet der Mai ein Fest der Feste ein – mit Tanz, Volksfesten und einer Prise mystischem Folklore-Zauber. Von ländlichen Maibäumen bis zu linkspolitischen Kundgebungen in Berlin wird der Tag auf vielfältige Weise begangen.

Die Feierlichkeiten beginnen bereits in der Nacht zuvor, am 30. April, der als Walpurgisnacht bekannt ist. Der Volksglaube erzählt von Hexen, die sich auf dem Brocken versammeln und durch die Lüfte fliegen. Gleichzeitig feiern die Menschen in ganz Deutschland mit Musik, Maifeuern und Partys bis in die Morgendämmerung hinein den Eintritt in den Mai – das sogenannte „Tanzen in den Mai“.

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Am Ersten Mai selbst wird in Dörfern und Städten der Maibaum aufgestellt – ein hoher, geschmückter Stamm, um den sich die Gemeinschaft versammelt. Tänzer flechten bunte Bänder, Musiker spielen, und es wird gemeinsam gegessen. In einigen Alpenregionen wetteifern junge Männer darum, als Erste die Spitze des Stammes zu erklimmen. Ein weiterer Brauch, der Liebesmai, sieht unverheiratete Männer vor, die vor dem Haus ihrer Angebeteten einen kleinen Maibaum aufstellen.

In Berlin herrscht dagegen ein ganz anderer Ton: Die Stadt ist Schauplatz großer linksgerichteter Demonstrationen und Techno-Raves. Berlin ist seit langem ein Zentrum der Maikundgebungen, auch wenn die letzten schweren Ausschreitungen im Jahr 2010 stattfanden. Gleichzeitig ist der Erste Mai der Tag der Arbeit, der an eine Massenkundgebung in Australien im Jahr 1856 erinnert.

Die Wurzeln der Maifeiern reichen noch weiter zurück. Schon die alten Römer feierten vom 28. April bis zum 3. Mai die Floralia, ein Fest der Blumen und der Erneuerung. Heute sorgt die Mischung aus alten Traditionen und moderner Politik dafür, dass der Erste Mai im ganzen Land lebendig bleibt.

Der Erste Mai in Deutschland vereint Geschichte, Folklore und gesellschaftliches Engagement. Ob bei Dorftänzen, politischen Märschen oder Hexengeschichten – der Tag bietet für jeden etwas. Und während die Temperaturen endlich steigen, markieren die Feiern den Übergang vom kühlen April in die Wärme des Frühlings.

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