Energieintensive Industrien in Deutschland kämpfen mit massiven Produktionsrückgängen und Jobverlusten
Carina KrauseEnergieintensive Industrien in Deutschland kämpfen mit massiven Produktionsrückgängen und Jobverlusten
Deutschlands energieintensive Industrien verzeichnen seit vier Jahren deutliche Produktions- und Beschäftigungsrückgänge
Zwischen Februar 2022 und März 2026 ist die Produktion in diesen Branchen um 15,2 Prozent eingebrochen, in einigen Bereichen fielen die Verluste noch drastischer aus. Der Abschwung hat zudem zu spürbaren Arbeitsplatzabbau in zentralen Fertigungssektoren geführt.
Am stärksten betroffen war die Glas-, Keramik- und Steinprodukte-Branche, wo die Produktion um 25,0 Prozent einbrach. Die Herstellung von Beton, Zement und Kalksandstein verzeichnete mit einem Rückgang von 29,3 Prozent ähnlich hohe Verluste. Die Papierindustrie verlor 18,5 Prozent ihrer Produktion, während die chemische Industrie um 18,1 Prozent schrumpfte. Auch die Metallverarbeitung und -produktion kämpfte mit einem Minus von 12,9 Prozent.
Trotz des allgemeinen Negativtrends bildete die Mineralölraffination eine Ausnahme: Hier stieg die Produktion im Vergleich zu Februar 2022 um 24,6 Prozent – ein deutlicher Kontrast zu den sonstigen Problemen der energieintensiven Industrien.
Die Beschäftigungszahlen spiegeln den Produktionsrückgang wider. Die Zahl der Beschäftigten in diesen Sektoren sank um 6,3 Prozent – von 847.700 auf 794.400. Energieintensive Branchen wie die chemische Industrie, Metallverarbeitung, Glas- und Keramikherstellung, Papierproduktion sowie Mineralölraffination machten 2024 insgesamt 75,6 Prozent des industriellen Energieverbrauchs in Deutschland aus.
Während die Gesamtindustrie einen Rückgang von 15,2 Prozent verzeichnete, lag der Produktionsrückgang in den energieintensiven Sektoren mit 9,5 Prozent etwas niedriger.
Die Zahlen verdeutlichen eine schwierige Phase für den deutschen Industriestandort, insbesondere in der energieintensiven Fertigung. Arbeitsplatzverluste und Produktionskürzungen deuten auf breitere wirtschaftliche Belastungen hin, wobei die Mineralölraffination mit deutlichem Wachstum eine Gegenbewegung zeigt. Die Daten unterstreichen die anhaltenden Umbrüche in den Branchen, die besonders stark auf Energie angewiesen sind.
