Elektrofahrzeuge zwingen Autohäuser zum radikalen Umdenken – oder zum Untergang
Helga MüllerElektrofahrzeuge zwingen Autohäuser zum radikalen Umdenken – oder zum Untergang
Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge zwingt Autohäuser, ihre Zukunft neu zu denken. Burkhard Weller, Autohausbesitzer und Branchenkenner, warnt, dass traditionelle Geschäftsmodelle ohne dringende Anpassungen vor dem Kollaps stehen. Seine Bedenken thematisierte er in der jüngsten Folge des AUTOHAUS-Podcasts, in der er die bevorstehenden Herausforderungen für den Sektor erörterte.
Weller prognostiziert einen deutlichen Rückgang der Autohauszahlen, sollte die Elektrifizierung im aktuellen Tempo voranschreiten. Er rechnet damit, dass es in wenigen Jahren weniger als 12.000 Standorte und unter 3.000 unabhängige Betreiber geben wird, da die Branche durch Konsolidierung umgestaltet wird. Auch der lukrative Aftersales-Bereich, eine wichtige Einnahmequelle, gerät unter Druck – schließlich benötigen Elektroautos weniger verschleißanfällige Teile.
Der Verband der Automobilhandel Deutschland (VAD) fordert eine stärkere politische Lobbyarbeit, um die Branche zu stützen. Im Podcast plädierte Weller für klarere Regeln bei den Fördergeldern für Elektrofahrzeuge. Die Anreize sollten seiner Meinung nach rückwirkend ab dem 1. Januar gelten und auch junge Gebrauchtwagen einschließen.
Um den Wandel zu erleichtern, betonte Weller die Notwendigkeit eines vereinfachten Förderverfahrens. Bürokratie dürfe den Absatz nicht bremsen, forderte er – stattdessen brauche es ein System, das nahtlos in den Autohausbetrieb integriert werden könne.
Ohne Anpassungen, so Weller, könnten die Service-Umsätze der Händler um die Hälfte einbrechen. Die Branche müsse schnell handeln, um die Elektro-Wende zu überstehen. Seine Forderungen nach Reformen der Förderbedingungen und schlankeren Prozessen zielen darauf ab, unabhängigen Händlern in einem sich rasant wandelnden Markt eine Zukunft zu sichern.
