Eklat beim Grimme Online Award: Preisträger lehnen Auszeichnung aus Protest ab
Eklat beim Grimme Online Award: Preisträger lehnen Auszeichnung aus Protest ab
Protest bei der Grimme-Online-Preis-Verleihung: Preisträger verweigern Auszeichnung aus Solidarität mit Christina Block
Bei der diesjährigen Verleihung des Grimme Online Awards kam es zu einem Eklat, als zwei ausgezeichnete Regisseure ihre Preise demonstrativ ablehnten. Moritz Riesewieck und Hans Block verließen die Bühne in Solidarität mit der jungen Aktivistin Judith Scheytt, deren Auszeichnung im vergangenen Jahr im Rahmen des Block Prozesses aberkannt worden war. Ihre Aktion befeuerte erneut die Debatte über Zensur und die Unabhängigkeit von Jurys im deutschen Medienbetrieb.
Der Streit hatte 2023 begonnen, als Scheytts Dokumentarfilm über den Jugendschutz zunächst den Preis erhielt, dieser später jedoch zurückgenommen wurde. Der Entscheidung waren Vorwürfe faktischer Fehler und antisemitischer Tendenzen vorausgegangen – was monatelange öffentliche Proteste und Unterstützungskampagnen für Scheytt auslöste.
Der Protest ereignete sich während der Preisverleihung im März 2026. Nach der Entgegennahme ihres Preises für ein investigatives Projekt stellten Riesewieck und Block die Trophäe auf das Podium und verließen die Bühne. Ein Grimme-Mitarbeiter räumte sie später weg. Block verurteilte die Aberkennung von Scheytts Auszeichnung als einen "massiven Angriff auf die Unabhängigkeit der Jury", verursacht durch externen Druck. Riesewieck warf der Grimme-Direktorin Çiğdem Uzunoğlu vor, sich der Verantwortung zu entziehen.
Uzunoğlu räumte ein, dass die Entscheidung des Trägervereins, Scheytt den Preis zu entziehen, "formell inkorrekt" gewesen sei. Sie kündigte an, das Grimme-Institut künftig vom Verein zu trennen, und versprach eine öffentliche Debatte über den Vorfall. Die ursprüngliche Aberkennung war vom "Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises" ausgegangen – einem unabhängigen Gremium, das mit den Auszeichnungen verbunden ist –, obwohl sich einige Jurymitglieder dagegen ausgesprochen hatten.
Scheytts Dokumentation, die für das ZDF produziert worden war, hatte im Oktober 2023 den Grimme-Preis erhalten. Innerhalb weniger Wochen führte Kritik an angeblichen Ungenauigkeiten und Befangenheit zur Rücknahme. Die Reaktionen in sozialen Medien – insbesondere auf X (ehemals Twitter) – weiteten sich zu einer breiteren Medienberichterstattung aus, in der Blätter wie die FAZ und Die Welt den Vorgang als Zensurakt darstellten. Unterstützungspetitionen und Kommentare zu ihren Gunsten häuften sich bis Anfang 2024, doch die Debatte ebbte bis 2025 allmählich ab, als neue Kontroversen aufkamen.
Jenseits des Protests würdigte die diesjährige Preisverleihung Projekte zu Gesundheit, Politik und sozialen Themen. Zu den Gewinnern zählten Little Monsters (WDR), eine Serie über psychische Gesundheit, und Gynaekollege, das verständliche Aufklärung zu gynäkologischer Versorgung bietet. Know & Grow (SWR für funk) widerlegte Fitness-Mythen, während Femizide stoppen Fälle von Femiziden in Deutschland dokumentierte. Weitere ausgezeichnete Arbeiten waren Barrierebrecher, das Einblicke in die Lebensrealität von Menschen mit Behinderung gibt, und das Spiel Herbst 89, das die letzten Monate der DDR aus der Perspektive Leipziger Straßen erlebbar macht.
Die Veranstaltung endete mit dem unbeanspruchten Preis auf der Bühne. Die Grimme-Führung steht nun unter Druck, ihre Strukturen zu reformieren und das Vertrauen in den Auswahlprozess wiederherzustellen. Die Liste der Preisträger 2026 unterstreicht zwar den anhaltenden Fokus auf investigativen Journalismus und öffentliche Bildung – doch diese Ausgabe wird vor allem als Konfrontation um die künstlerische Freiheit in Erinnerung bleiben.
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