Ein Brief schenkt Trost: Wie eine Organspende zwei Familien verbindet

Brunhilde Jessel
Brunhilde Jessel
3 Min.
Ein Plakat mit dem Bild eines traurigen Kindes und der Aufschrift "Jeden Tag retten Blutspender Leben" in fetter, schwarzer Schrift.Brunhilde Jessel

"Unvergessliches Geschenk" - Dankesbriefe nach Organspende - Ein Brief schenkt Trost: Wie eine Organspende zwei Familien verbindet

Ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter erhielt Lea Jantschke einen Brief, der ihr unerwarteten Trost spendete. Die Nachricht stammte von einer Fremden, die die Niere ihrer Mutter transplantiert bekommen hatte. Solche Kontakte sind Teil eines Systems, das Organspender-Empfänger mit den Angehörigen der Spender verbindet und in Zeiten der Trauer Trost spenden kann.

Organspende bleibt ein zutiefst persönliches, doch oft tabuisiertes Thema. Während viele das Gespräch darüber scheuen, können klare Willensäußerungen – wie im Fall von Lea und ihrer Mutter – den Hinterbliebenen in schwierigen Momenten die Entscheidung erleichtern.

Lea Jantschkes Mutter hatte ihren Willen noch zu Lebzeiten deutlich gemacht. Weil Mutter und Tochter offen über Organspende gesprochen hatten, gab es für die Familie im entscheidenden Moment keine Zweifel. Ihre Entscheidung ermöglichte mehreren Menschen lebensrettende Transplantationen – darunter eine Nierenempfängerin, die sich später bei der Familie meldete.

Ein Jahr nach der Spende traf der Brief ein. Die Empfängerin bedankte sich und beschrieb, wie Leas Mutter durch die Organspende zu einem Teil ihrer Familie geworden sei. Für Lea und ihre Angehörigen brachten diese Worte ein Stück Frieden mitten im Schmerz des Verlusts.

Nicht alle Familien erleben eine solche Form des Abschlusses. Viele Menschen sprechen nie über Organspende, sodass Angehörige in Momenten tiefer Trauer plötzlich Entscheidungen treffen müssen. Wenn der Wille des Verstorbenen jedoch bekannt ist, kann der Prozess reibungsloser verlaufen. Transplantationsempfänger wie der 55-jährige Sascha Brandhorst aus Frankfurt schreiben manchmal an die Spenderfamilien, um zu schildern, wie die Spende ihr Leben verändert hat. Brandhorst, ein IT-Mitarbeiter, erhielt eine Lungentransplantation und schickte später selbst einen Dankesbrief. Heute geht es ihm gesundheitlich gut, ohne bleibende Einschränkungen.

Im Jahr 2021 verzeichnete das deutsche Organspendesystem 985 verstorbene Spender – ein leichter Anstieg um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In diesem Jahr wurden über 3.000 Transplantationen durchgeführt, doch fast 8.200 Menschen standen weiterhin auf Wartelisten. Nieren sind seit Langem die am häufigsten transplantierten Organe, gefolgt von Lebern. 2023 gab es 965 Spender, wobei detaillierte Zahlen zu Transplantationen nach Organart nur über kostenpflichtige Datenbanken abrufbar sind.

Für Familien wie die von Lea kann der Kontakt zu Empfängern den Schmerz des Verlusts lindern. Die Briefe, die freiwillig sind, schaffen eine Verbindung zwischen Fremden, die durch eine außergewöhnliche Geste der Großzügigkeit miteinander verbunden sind.

Der Austausch von Briefen zwischen Spenderfamilien und Transplantationsempfängern ist ein stiller, aber bedeutungsvoller Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems. Für die Empfänger dieser Zeilen kommen die Worte oft in einer Phase, in der die Trauer noch frisch ist. Gleichzeitig bleibt die Organknappheit im Land ein drängendes Problem – Tausende warten weiterhin auf ein passendes Organ.

Lea Jantschkes Geschichte zeigt, wie ein einziges Gespräch über Organspende weitreichende Wirkung entfalten kann: Es schenkt Hoffnung Fremden und bringt später denen Trost, die zurückbleiben.

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