13 December 2025, 14:59

Digitale Bildung in Deutschland: Warum Schulen im globalen Vergleich hinterherhinken

Ein Collage mit mehreren Fotos einer Gruppe von Kindern und Text.

Digitale Bildung in Deutschland: Warum Schulen im globalen Vergleich hinterherhinken

**Wie gestalten Schulen die digitale Transformation nicht nur mit, sondern gestalten sie mit?

**DARMSTADT. Die digitale Entwicklung schreitet rasant voran, doch der Schulalltag bleibt an vielen Orten auf der Stelle – diese Diagnose stellt Dr. Ralf Tenberg, Professor für Bildungsinformatik, in einer aktuellen Analyse.

Deutschland hinkt bei der Digitalisierung seiner Schulen fast ein Jahrzehnt hinter den führenden Nationen her. Zwar haben einige Einrichtungen Fortschritte gemacht, doch eine aktuelle Untersuchung zeigt: Nur eine Minderheit der Lehrkräfte setzt digitale Werkzeuge regelmäßig im Unterricht ein. Die Kluft hat sich seit der Veröffentlichung von KI-Plattformen wie ChatGPT im Jahr 2022 weiter vertieft – eine zusätzliche Herausforderung für ein ohnehin ungleich entwickeltes System.

Internationale Studien positionieren Deutschland deutlich hinter Ländern wie Dänemark, Finnland oder Südkorea, wenn es um digitale Bildung geht. Statt dass einzelne Schulen als globale Vorreiter glänzen, fallen vor allem regionale Unterschiede und spezifische Netzwerke ins Auge – etwa deutsche Auslandsschulen oder progressive Landesinitiativen. Lediglich rund 45 Prozent der Schulen in Deutschland verfügen derzeit über ein verbindliches Medienkonzept oder eine digitale Strategie.

Der Druck zur Modernisierung ist mit dem Einzug von KI-Tools in die Klassenzimmer weiter gewachsen. Doch das deutsche Bildungssystem kämpft weiterhin mit tief verwurzelten Verzögerungen. Schulen mit klaren Strategien und reformierten Lehransätzen sind besser aufgestellt, um sich anzupassen – andere drohen weiter abgehängt zu werden. Die nächsten Schritte werden davon abhängen, ob es gelingt, durch abgestimmte, flächendeckende Maßnahmen den Rückstand zu den Spitzenländern aufzuhalten.