Deutschlands Viehwirtschaft im Wandel: Schweinebetriebe schwinden, Rinderbestände stabilisieren sich
Klaas LübsDeutschlands Viehwirtschaft im Wandel: Schweinebetriebe schwinden, Rinderbestände stabilisieren sich
Deutschlands Viehwirtschaft zeigt deutliche Veränderungen in den jüngsten Daten. Die Zahl der Schweinebetriebe geht weiter zurück, während die Rinderbestände leicht wachsen. Diese Entwicklungen spiegeln langfristige Trends der vergangenen zehn Jahre wider.
Stand Anfang Mai 2023 gab es in Deutschland noch 14.700 Schweinehalter, 550 weniger als im Vorjahr – ein Rückgang um 3,6 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Zahl sogar drastisch um 40 Prozent gesunken, was einem Verlust von 9.800 Betrieben entspricht.
Die Gesamtzahl der Schweine lag bei rund 21,0 Millionen, ein leichter Anstieg um 0,6 Prozent oder 131.100 Tiere im Vergleich zum Vorjahr. Doch auch hier zeigt der Langzeittrend einen deutlichen Rückgang: Innerhalb von zehn Jahren schrumpfte der Bestand um 22,5 Prozent, das entspricht 6,1 Millionen weniger Schweinen. Im Durchschnitt hielt jeder Betrieb etwa 1.400 Tiere.
Bei Rindern sieht die Bilanz anders aus. Der Gesamtbestand blieb mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent (oder 17.200 Tieren) nahezu stabil und liegt nun bei rund 10,4 Millionen. Dennoch ist die Rinderpopulation im Zehnjahresvergleich um 17,6 Prozent geschrumpft – ein Rückgang um 2,2 Millionen Tiere.
Die Schweinehaltung in Deutschland schrumpft sowohl bei der Anzahl der Betriebe als auch langfristig bei den Tierbeständen. Die Rinderhaltung hat sich zwar zuletzt stabilisiert, zeigt aber ebenfalls einen klaren Abwärtstrend über das letzte Jahrzehnt. Die Zahlen unterstreichen die anhaltenden Veränderungen in der landwirtschaftlichen Struktur des Landes.
