Deutschland wiegelt Treibstoffängste ab – doch Risiken bleiben bis zum Sommer
Carina KrauseDeutschland wiegelt Treibstoffängste ab – doch Risiken bleiben bis zum Sommer
Die deutsche Regierung hat trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten Befürchtungen vor Treibstoffengpässen heruntergespielt. Zwar hat der Konflikt im Golf etwa 10 % der globalen Ölversorgung lahmgelegt, doch betonen Beamte, die inländische Produktion sichere die Versorgung des Landes. Dennoch bleibt umstritten, ob anhaltende Störungen bis zum späten Frühling zu Problemen führen könnten.
Laut der jüngsten Einschätzung des Wirtschaftsministeriums verfügt Deutschland über eine starke eigene Treibstoffproduktion. Inländische Raffinerien stellen bereits mehr Benzin her, als das Land verbraucht, während der Dieselbedarf zu etwa 90 % gedeckt wird. Diese weitgehende Selbstversorgung veranlasst Experten wie den Öl- und Benzinspezialisten Steffen Bukold, Sorgen vor Engpässen als unbegründet zurückzuweisen.
Das Ministerium relativierte auch Risiken durch mögliche Exportbeschränkungen der USA und verwies auf beruhigende Aussagen amerikanischer Offizieller. Gleichzeitig räumten die Verantwortlichen ein, dass ein vollständiger Stopp der US-Öllieferungen – die etwa 10 % der globalen Nachfrage ausmachen – zu Schwierigkeiten führen könnte. Dieses Szenario, kombiniert mit der anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus, bleibt der einzige denkbare Weg zu möglichen Versorgungsengpässen.
Doch das selbstbewusste Auftreten des Ministeriums steht im Kontrast zu früheren Warnungen des Wirtschaftsministers. Dieser hatte in einer Stellungnahme angedeutet, dass ein länger andauernder Golfkonflikt bis Ende April oder Mai zu Lieferproblemen führen könnte. Auch Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte die Regierungsprognosen als zu optimistisch. Er äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher politischer Druckmittel, darunter das, was er als "Erpressung" durch Donald Trump bezeichnete.
Aktuell betont Deutschland, es gebe keine akuten Versorgungsrisiken. Die Raffinerien des Landes decken weiterhin die Nachfrage, und von Seiten der US-Politik werden kaum Bedrohungen gesehen. Sollte sich der Golfkonflikt jedoch hinziehen und die US-Exporte ins Stocken geraten, könnte sich die Lage bis zum Sommer zuspitzen.






