Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für afrikanische Handelsfinanzierung
Brunhilde JesselDeutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Initiative für afrikanische Handelsfinanzierung
Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um ein 150-Millionen-Dollar-Risikoteilungsprogramm zu starten. Die Initiative zielt darauf ab, den Handelsfinanzierungssektor in unterversorgten afrikanischen Märkten zu stärken, wo Kapitalknappheit seit langem ein Problem darstellt. Analysten verweisen auf eine anhaltende jährliche Finanzierungslücke im Handelsbereich von rund 100 Milliarden Dollar auf dem gesamten Kontinent, wobei kleinere Volkswirtschaften am stärksten betroffen sind.
Dies ist die erste formelle Partnerschaft zwischen der Deutschen Bank und der BII. Das Programm fungiert als finanzielles Sicherheitsnetz und unterstützt lokale Unternehmen, die mit kapitalintensiven Lieferketten und knappen Betriebskapitalreserven zu kämpfen haben.
Die neue Initiative kommt zu einer Zeit, in der viele globale Banken ihr Engagement in Afrika zurückfahren. Zwischen 2016 und 2025 haben mindestens zehn große Finanzinstitute – darunter Standard Chartered, Barclays und HSBC – ihr Privat- und Firmenkundengeschäft in Schlüsselregionen wie West-, Ost- und Südafrika reduziert oder ganz eingestellt. Länder wie Nigeria, Kenia und Sambia verzeichneten dabei einige der größten Abzüge.
Das Programm der Deutschen Bank konzentriert sich auf Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda, wo Handelsfinanzierungen besonders knapp sind. Statt direkter Finanzspritzen stellt die BII ein unfundiertes Risikoteilungsmodell bereit, das lokale Partner der Deutschen Bank dabei absichert, mehr Kredite zu vergeben. Ziel ist es, die Belastung für Unternehmen zu verringern, die auf barbasierte Importe und Lieferketten angewiesen sind.
Die Ankündigung folgt auf jüngste Führungswechsel bei der Deutschen Bank. Gerald Podobnik wurde zum Co-Leiter des Firmenkundengeschäfts ernannt und übernimmt die Position von Ole Matthiessen. Er teilt sich nun die Verantwortung für die Sparte mit Michael Diederich. Unterdessen notiert die Aktie der Bank derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll afrikanischen Unternehmen den Zugang zu Handelsfinanzierungen erleichtern. Durch die Risikoteilung mit der BII können die lokalen Partner der Deutschen Bank mehr Unterstützung für Firmen bieten, die mit knappen Betriebskapitalreserven kämpfen. Der Schritt könnte auch dazu beitragen, die Auswirkungen des jüngsten Rückzugs internationaler Banken aus dem Kontinent abzufedern.