DAX zwischen Rekordtiefs und Reformen: Wie der Index Krisen überstand
Carina KrauseDAX zwischen Rekordtiefs und Reformen: Wie der Index Krisen überstand
Der DAX hat im Laufe seiner Geschichte dramatische Höhen und Tiefen erlebt. Er bleibt das meistgehandelte Asset Deutschlands im Derivatemarkt und übertrifft dabei sogar Einzelaktien an Beliebtheit. Anleger können den DAX nicht direkt kaufen, sondern setzen auf indirekte Methoden wie ETFs oder Futures, um daran zu partizipieren.
Einer seiner schlimmsten Tage war der 16. Oktober 1989, als der Index innerhalb einer einzigen Handelssitzung um fast 13 Prozent einbrach. Auslöser für diesen Crash war das Scheitern einer Finanzierungsvereinbarung für die geplante Übernahme der US-Fluggesellschaft United Airlines.
Noch verheerender wirkte sich langfristig das Platzen der Dotcom-Blase aus. Zwischen 2000 und 2003 verlor der DAX über 70 Prozent seines Wertes – sein längster und tiefster Absturz. Jahre später führte die COVID-19-Pandemie zu einem weiteren steilen Einbruch: Innerhalb von weniger als vier Wochen büßte der Index rund 40 Prozent ein – der schnellste Crash seiner Geschichte.
Auch der Wirecard-Skandal hinterließ tiefe Spuren. Das Unternehmen stieg im September 2018 in den DAX auf, wurde aber im August 2020 nach Aufdeckung eines 1,9-Milliarden-Euro-Bilanzbetrugs wieder ausgeschlossen. Als Reaktion weitete der Index 2021 seine Zusammensetzung von 30 auf 40 Unternehmen aus und führte strengere Berichtspflichten ein, um künftige Skandale zu verhindern.
Der DAX hat schwere Krisen überstanden – von eintägigen Kursstürzen bis zu jahrelangen Baissephasen. Seine Entwicklung umfasst schärfere Kontrollen und eine breitere Zusammensetzung. Trotz aller Herausforderungen bleibt er ein zentraler Pfeiler der deutschen Finanzmärkte.
