25 June 2026, 12:19

CISPA in Saarbrücken unter Spionageverdacht: Datenabfluss nach China?

Verdacht auf akademische Spionage

CISPA in Saarbrücken unter Spionageverdacht: Datenabfluss nach China?

Das Zentrum für IT-Sicherheit, Datenschutz und Rechenschaftspflicht (CISPA) in Saarbrücken sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt. Eine Untersuchung des Handelsblatt wirft Fragen zum Abfluss sensibler Daten und KI-Expertise nach China auf. Das einst als führende Kraft in der Cybersicherheit geltende Institut steht nun im Verdacht, in wissenschaftliche Spionage verwickelt zu sein.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das CISPA wurde 2011 gegründet und entwickelte sich unter der Leitung des Informatikers Michael Backes zu einer zentralen Forschungseinrichtung. 2019 trat es der Helmholtz-Gemeinschaft bei, dem größten Forschungsverbund Deutschlands. Lange galt das Institut als Aushängeschild der saarländischen Forschungslandschaft.

Bedenken kamen auf, nachdem Berichte bekannt wurden, wonach in einer CISPA-Forschungsgruppe 18 von 19 Mitgliedern chinesischer Herkunft waren. Eine weitere Gruppe soll demnach ausschließlich aus chinesischen Wissenschaftler:innen bestanden haben. Diese Erkenntnisse lösten eine Prüfung möglicher Daten- und Wissensabflüsse in die Volksrepublik China aus.

Als Reaktion forderte die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger eine externe Überprüfung, um die Vorwürfe zügig aufzuklären. Institutsleiter Michael Backes wurde vorläufig von seinen Aufgaben entbunden, während ein unabhängiger Sonderprüfer den Fall untersucht. Backes selbst unterstützte die Suspendierung und begrüßte die Prüfung im Interesse der Transparenz.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das 90 Prozent des CISPA-Budgets finanziert, erklärte, es werde die Ergebnisse der Prüfung abwarten, bevor es Stellung bezieht. Die Sonderuntersuchung läuft derzeit, um zu klären, ob sensible Forschungsergebnisse unrechtmäßig weitergegeben wurden. Ihr Ausgang wird die künftigen Entscheidungen sowohl des Ministeriums als auch des Instituts beeinflussen. Der Ruf und die Förderung des CISPA könnten von den Ergebnissen der Ermittlungen abhängen.

Quelle