Bundeswehr führt 2026 modifizierte Wehrpflicht mit Losverfahren ein
Brunhilde JesselRhein Begrüßt Kompromiss bei der Wehrpflicht - Bundeswehr führt 2026 modifizierte Wehrpflicht mit Losverfahren ein
Deutschland bereitet sich darauf vor, nach fast einem Jahrzehnt eine Form der Wehrpflicht wieder einzuführen. Das neue System, auf das sich die Koalitionsregierung verständigt hat, setzt vorrangig auf freiwillige Meldungen, könnte aber auf eine losbasierte Aushebung durch die Bundesregierung zurückgreifen, falls die Rekrutierungsziele nicht erreicht werden. Die Änderungen sollen am 1. Januar 2026 in Kraft treten – pünktlich zum 70. Gründungsjubiläum der Bundeswehr.
Der Kompromissvorschlag, unterstützt von CDU, SPD und Verteidigungsminister Boris Pistorius, sieht eine allgemeine Wehrtauglichkeitsprüfung vor. Alle wehrpflichtigen Bürgerinnen und Bürger werden erfasst, der Dienst bleibt jedoch zunächst freiwillig. Sollten sich zu wenige melden, kann der Bundestag ein "bedarfsorientiertes Wehrpflichtmodell" beschließen, bei dem gegebenenfalls per Losverfahren Rekruten durch die Bundeswehr ausgewählt werden.
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) begrüßte die Einigung und nannte sie einen "Schritt zu mehr Verantwortung für unser Land". Das Modell greift den Gedanken des "Staatsbürger in Uniform" auf – ein Prinzip, das die frühen Jahre der Bundeswehr prägte. Nach den neuen Regeln strebt das Militär an, seine Truppenzahlen durch eine Mischung aus freiwilligem Dienst und – falls nötig – zwangsweiser Aushebung durch die Bundesregierung zu erhöhen. Bisher wurde noch keine Person benannt, die das Losverfahren leiten soll. Stattdessen liegt der Fokus weiterhin darauf, die freiwillige Teilnahme zu fördern, während die Wehrpflicht als Reserveoption erhalten bleibt.
Das überarbeitete Wehrmodell startet 2026 und kombiniert freiwillige Meldungen mit der Möglichkeit einer losbasierten Aushebung durch die Bundesregierung. Mit dem Plan will die Regierung den Personalbestand der Streitkräfte stärken und zugleich die Rolle der Bürgerinnen und Bürger in der Landesverteidigung betonen. Der Bundestag wird entscheiden, ob zwangsweise Maßnahmen aktiviert werden, sollten die Rekrutierungsziele verfehlt werden.