Bundestag debattiert umstrittene Reform der Bauordnung für schnelleren Wohnungsbau
Klaas LübsBundestag debattiert umstrittene Reform der Bauordnung für schnelleren Wohnungsbau
Der Bundestag hat mit der Beratung über den Entwurf einer novellierten Bauordnung begonnen. Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, den Wohnungsbau durch straffere Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Die Reform sieht zudem vereinfachte Umweltprüfungen und Bürgerbeteiligung vor.
Im Mittelpunkt der überarbeiteten Bauordnung steht die Priorisierung des Wohnungsbaus gegenüber anderen Belangen. Vorgesehen sind Maßnahmen zur Digitalisierung und Beschleunigung von Planungs- und Bauprozessen. Kommunen sollen darüber hinaus neue Befugnisse erhalten, um gegen heruntergekommene Immobilien vorzugehen – einschließlich Enteignungen bei schwerwiegenden Verstößen.
Während der Debatte äußerten Abgeordnete unterschiedliche Positionen. Katalin Gennburg von der Linken kritisierte den „Bauen, bauen, bauen“-Ansatz und forderte stattdessen Mietpreisbremse und die Nachnutzung leerstehender Gebäude. Kassem Taher Saleh von den Grünen warf dem Entwurf vor, den Umweltschutz und Nachhaltigkeitsstandards zu schwächen. Marc Bernhard von der AfD behauptete, die Reform senke die Baukosten nicht ausreichend.
Die novellierte Bauordnung sieht weitreichende Änderungen der Wohnungsbau- und Bauregeln vor: schnellere Verfahren, erweiterte kommunale Kompetenzen und vereinfachte Prüfungen. Die Debatte zeigte deutlichen Widerstand einzelner Parteien, die negative Folgen für Umwelt und Bezahlbarkeit befürchten.
