Brandenburgs Cannabis-Reform scheitert: Schwarzmarkt wächst trotz Legalisierung
Klaas LübsBrandenburgs Cannabis-Reform scheitert: Schwarzmarkt wächst trotz Legalisierung
Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland hat Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) eingeräumt, dass die Reform das Ziel verfehlt hat, den Schwarzmarkt einzudämmen. Trotz der Einrichtung legaler Anbauvereine florieren illegale Händler weiterhin. Beamte warnen nun, dass die Neuregelungen kriminelle Netzwerke möglicherweise sogar unbeabsichtigt gestärkt haben könnten.
Das Gesetz, das den Betrieb nicht-kommerzieller Cannabisclubs erlaubt, trat am 1. April 2024 in Kraft; der kollektive Anbau wurde ab dem 1. Juli desselben Jahres gestattet. In Brandenburg wurden seitdem 21 Anbauvereine genehmigt, sechs weitere Anträge befinden sich in Prüfung. Bei Kontrollen gab es weder Verstöße noch Bußgelder in diesen Clubs.
Doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Redmann erklärte, dass der Eigenanbau und die Produktion in Vereinen den stark gestiegenen Konsum nicht decken könnten. Statt die illegalen Händler zu schwächen, scheint die Reform diese sogar gestärkt zu haben. Das Innenministerium fügte hinzu, dass Schwarzmarktgruppen ihre Strukturen nun nutzen, um noch härtere Drogen zu vertreiben.
Auch cannabisbedingte Verkehrsvorfälle haben zugenommen. Die Zahl der Verdachtsfälle von Fahren unter Cannabiseinfluss stieg um 31,5 Prozent – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727 im Jahr 2025. Leichte Anstiege gab es ebenfalls bei Unfällen unter Cannabiseinfluss, die von 115 auf 119 im gleichen Zeitraum stiegen.
Als Reaktion beschloss die brandenburgische CDU im Februar, die Teillegalisierung rückgängig zu machen. Die Partei strebt nun eine vollständige Abschaffung des Gesetzes an.
Die angestrebte Verlagerung vom illegalen zum legalen Markt hat sich in Brandenburg nicht vollzogen. Da der Schwarzhandel weiterblüht und die Fälle von Drogenfahrten zunehmen, drängt die Landes-CDU auf eine komplette Kehrtwende. Ob ihr Vorhaben Erfolg haben wird, bleibt jedoch ungewiss.






