Berlins Wohnungsnot: Mieter:innen kämpfen gegen Verdrängung und Schließungen
Carina KrauseBerlins Wohnungsnot: Mieter:innen kämpfen gegen Verdrängung und Schließungen
Berlins Wohnungsnot treibt Mieter:innen und Initiativen zum Handeln
Steigende Mieten, Kündigungen und unsichere Mietverträge zwingen immer mehr Menschen in Berlin, sich gegen Vermieter und städtische Politik zur Wehr zu setzen. Auch das Jugendzentrum Potse steht nun vor der Schließung – in wenigen Monaten läuft sein Mietvertrag aus.
Das im Zollgarage-Gebäude ansässige Potse hat noch sechs Monate Zeit, bis der Vertrag endet. Da kein neuer Standort in Sicht ist, warnen die Verantwortlichen vor einer vollständigen Schließung. Als Reaktion haben sie für den 3. April ein Zweites Überlebensstrategie-Plenum einberufen, um nach Lösungen zu suchen.
In der ganzen Stadt formiert sich Widerstand. Die Pankower Ortsgruppe des Berliner Mietervereins organisiert für den 31. März eine Solidaritätskundgebung vor dem Amtsgericht Mitte. Gleichzeitig trifft sich das Bündnis gegen "Eigenbedarf"-Kündigungen in Kreuzberg monatlich, um Kampagnen gegen ungerechte Räumungen zu planen.
Das übergreifende Bündnis Berlin gegen Vonovia kämpft gegen überhöhte Mietsteigerungen und überteuerte Nebenkostenabrechnungen des Wohnungsriesen. In Charlottenburg setzt sich die Initiative MieterWerkStadt für stärkere Mieterschutzrechte ein und stemmt sich gegen Verdrängung und Gentrifizierung. Für viele Berliner:innen sind explodierende Kosten und prekäre Wohnverhältnisse längst zur existenziellen Krise geworden – finanziell wie persönlich.
Der Druck auf Mieter:innen wächst weiter, und die drohende Schließung von Potse steht exemplarisch für den Kampf um bezahlbaren Raum. Demonstrationen, Versammlungen und Bündnisse zeigen: Der Widerstand gegen Verdrängung ist gut organisiert. Ohne politische Kurskorrekturen könnten in den kommenden Monaten noch mehr Haushalte und Gemeinschaftsprojekte vor dem Aus stehen.






