21 March 2026, 02:25

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit einzigartigem Tanzfestival 2024

Plakat für das Louvre Paris im Jahr 1910, das eine Gruppen-Tanzveranstaltung ankündigt.

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit einzigartigem Tanzfestival 2024

Baden-Baden ehrt diesen Herbst zwei Tanzlegenden

Vom 2. bis 12. Oktober findet das Festival "Die Welt des John Neumeier" statt und widmet sich Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa. Vor über einem Jahrhundert prägten beide Künstler die deutsche Kurstadt in einem prägenden Sommer der Jahre 1913 und 1914.

Im August 1913 hielt sich Nijinsky im Brenners Parkhotel auf, um mit Sergei Djagilew an einem von Bach inspirierten Ballett zu arbeiten. 1914 zog er ins Grandhotel Stephanie um, wo er drei Stücke skizzierte: "Le Mariage d'Aurore" (basierend auf Bachs Goldberg-Variationen), "Till Eulenspiegel" (zu Bachs Musik) sowie erste Entwürfe für "Jeux de la Nymphe qui court après Bacchus". Keines dieser Werke gelangte je auf die Bühne, doch zeigten sie seinen mutigen choreografischen Ansatz.

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Ebenfalls in jenem Sommer trat Pawlowa am 26. August 1913 im Theater Baden-Baden mit ihrem ikonischen "Sterbenden Schwan" auf. Zuvor hatte sie für Aufsehen gesorgt, als sie nach einem Streit mit ihrem Partner drohte, einen geplanten Auftritt abzusagen. Trotz der Spannungen begeisterte ihr Auftritt das Publikum. Als Nijinskys wichtigste Weggefährtin verbrachte auch sie in jenen Jahren Zeit in der Stadt.

Das bevorstehende Festival präsentiert Neumeiers Ballett "Nijinsky", das auch Pawlowas "Sterbenden Schwan" einbezieht. Die Aufführungen finden am 3., 4. und 5. Oktober in der Festspielhalle statt. Neumeier, der Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet, hat zudem eine Ausstellung aus seiner Privatsammlung kuratiert. Seltene Materialien zu beiden Tänzern werden ab dem 3. Oktober im Stadtmuseum Baden-Baden zu sehen sein.

Nijinsky und die Ballets Russes revolutionierten in den frühen 1900er-Jahren den Spitzentanz. Ihre Innovationen setzten neue Maßstäbe für den modernen Tanz und hinterließen ein Erbe, das Choreografen bis heute prägt.

Das Festival lässt Neumeiers Hommage an Nijinsky und Pawlowa durch Aufführungen und Archivschauen lebendig werden. Ihre kurze, aber wirkmächtige Zeit in Baden-Baden vor über hundert Jahren bleibt ein zentrales Kapitel der Ballettgeschichte. Karten und Informationen zur Ausstellung sind über das offizielle Festivalprogramm erhältlich.

Quelle