Asylanträge aus sicheren Herkunftsländern sinken deutlich auf unter 20.000 pro Jahr
Brunhilde JesselGeringere Anzahl von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsländern - Asylanträge aus sicheren Herkunftsländern sinken deutlich auf unter 20.000 pro Jahr
Die Zahl der Asylsuchenden, die aus Ländern nach Deutschland kommen, die von der Bundesregierung als sicher eingestuft werden, geht zurück. Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang der Anträge aus diesen Staaten seit 2020. Dieser Trend ist auch in Hessen zu beobachten, wo die Gesamtzahl der Asylanträge im vergangenen Jahr spürbar gesunken ist.
Aktuell führt Deutschland zehn Nationen als "sichere Herkunftsstaaten": Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Ghana, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro, Moldau, Senegal und Serbien. Nach deutschem Recht gelten diese als Staaten, in denen Antragstellende keiner staatlichen Verfolgung ausgesetzt sind und in denen die Behörden vor nichtstaatlichen Bedrohungen schützen können.
Bundesweit sind die Anträge aus diesen Ländern stark zurückgegangen. Im Jahr 2020 beantragten noch rund 70.000 Menschen aus sicheren Herkunftsstaaten Asyl. Bis 2025 sank diese Zahl auf etwa 20.000, wie aus Daten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervorgeht.
In Hessen blieb der Anteil der Antragstellenden aus diesen Nationen durchgehend niedrig. In den vergangenen drei Jahren stammte aus keinem der sicheren Herkunftsstaaten auch nur ein Prozent aller dem Land zugewiesenen Asylsuchenden. Gleichzeitig ging die Gesamtzahl der Asylanträge in Hessen von knapp 15.000 im Jahr 2024 auf unter 8.000 im Jahr 2025 zurück.
Auch die Bearbeitungszeiten haben sich verändert. Syrer:innen verbringen mittlerweile durchschnittlich 197 Tage in Erstaufnahmeeinrichtungen – 2023 waren es noch 66 Tage. Bei türkischen Antragstellenden stieg die durchschnittliche Verweildauer im gleichen Zeitraum von 63 auf 226 Tage.
Der Rückgang der Asylanträge aus sicheren Herkunftsstaaten spiegelt allgemeine Entwicklungen in den Migrationsbewegungen nach Deutschland wider. Angesichts sinkender Ankunftszahlen und längerer Bearbeitungszeiten beobachten die Behörden weiterhin, wie sich diese Veränderungen auf die Aufnahmesysteme auswirken. Die Daten unterstreichen eine deutliche Abnahme der Anträge aus Ländern, die nach deutschem Recht als sicher gelten.
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