26 April 2026, 18:23

Apotheken scheitern an vergüteten Dienstleistungen – trotz Millionen-Fördertopf

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo, das besagt: "19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 USD pro Jahr an Arzneimittelkosten sparen."

Apotheken scheitern an vergüteten Dienstleistungen – trotz Millionen-Fördertopf

Eine neue Studie zeigt: Viele deutsche Apotheken kämpfen damit, mit vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) Gewinne zu erzielen. Trotz steigender Abrechnungszahlen bleibt die Nachfrage gering – ein Fördertopf von 537 Millionen Euro wird kaum genutzt. Branchenverbände fordern nun Reformen, um diese Leistungen wirtschaftlich tragfähig zu machen.

Das pDL-Programm sollte die Patientenversorgung verbessern und Apotheken gleichzeitig neue Einnahmequellen erschließen. Doch wie eine Untersuchung von Professorin Kaapke Projekte im Auftrag der Freien Apothekerschaft ergab, machen die meisten Apotheken mit diesen Dienstleistungen Verluste. Mehr als die Hälfte arbeitet bei Bluthochdruck-Risikochecks defizitär und erzielt pro Fall nur 11,20 Euro. Lediglich ein Drittel schafft es, schwarze Zahlen zu schreiben.

Die Studie benennt weitere Hürden jenseits der unzureichenden Vergütung: Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand und Platzengpässe erschweren die effiziente Erbringung der pDL-Leistungen. Zudem belasten Spannungen zwischen den Gesundheitsberufen die Umsetzung. Die Freie Apothekerschaft betont zwar, dass Apotheken über das nötige Fachwissen verfügen, um diese Angebote zu machen – unter den aktuellen Finanzierungsbedingungen seien sie jedoch nicht dauerhaft aufrechterhaltbar.

Auch der Deutsche Apothekerverband (DAV) unterstützt die Forderungen nach Änderungen und drängt die Verantwortlichen, die pDL-Honorare auf ein existenzsicherndes Niveau anzuheben. Gleichzeitig warnt der Bericht davor, die ungenutzten pDL-Mittel einfach in die allgemeinen Apothekenbudgets umzuschichten. Ein solcher Schritt, so die Autoren, könnte die langfristige Entwicklung dieser spezialisierten Dienstleistungen gefährden.

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Mit 537 Millionen Euro ungenutzten pDL-Geldern steht das System vor einer ungewissen Zukunft. Zwar rechnen Apotheken zunehmend mehr dieser Leistungen ab, doch geringe Nachfrage und hohe Kosten bremsen die flächendeckende Einführung. Die Branchenvertreter sind sich einig: Ohne fairere Vergütung werden die Ziele des Programms – bessere Patientenversorgung und stabile Apothekenumsätze – nicht zu erreichen sein.

Quelle