AfD verdoppelt Wähleranteil in Hessen – wie die Partei lokal an Einfluss gewinnt
Brunhilde JesselAfD sieht sich im Aufwind nach Kommunalwahlen - AfD verdoppelt Wähleranteil in Hessen – wie die Partei lokal an Einfluss gewinnt
Die Alternative für Deutschland (AfD) verzeichnet bei den jüngsten Kommunalwahlen in Hessen einen deutlichen Zuwachs an Unterstützung. Parteiführende geben an, ihr Wähleranteil habe sich seit 2021 mehr als verdoppelt. Die Gewinne fallen mit einer wachsenden Verankerung der AfD in der regionalen Politik zusammen.
Bei den Kommunalwahlen 2021 hatte die AfD in Hessen noch 6,9 Prozent der Stimmen erhalten. Diesmal erklären die beiden Landesvorsitzenden Robert Lambrou und Andreas Lichert, die Partei habe deutlich an Zuspruch gewonnen. Als Grund führen sie die stärkere Verwurzelung der AfD in den lokalen Gemeinden an.
Die Partei argumentiert zudem, dass Versuche, sie zu isolieren oder zu kritisieren, zunehmend an Wirkung verlieren. Lambrou und Lichert deuten an, dass die Wähler die AfD mittlerweile als etablierte politische Kraft wahrnehmen. Mit mehr Vertretern in kommunalen Gremien glaubt die Partei, die Interessen ihrer Anhänger besser durchsetzen zu können.
Kritik an der AfD kam bisher vor allem von konkurrierenden Parteien wie CDU und SPD sowie aus Medienberichten. Diese richteten sich unter anderem gegen angebliche Vetternwirtschaft, etwa Vorwürfe zu familiären Verflechtungen zwischen AfD-Strukturen in Hessen und Rheinland-Pfalz. Die AfD selbst hat anderen Parteien in den letzten Jahren jedoch keine konkreten Strategien gegen sich vorgeworfen.
Der berichtete Zuwachs der AfD in Hessen spiegelt ihre wachsende lokale Einflussnahme wider. Mehr Sitze in kommunalen Vertretungen könnten der Partei mehr Gewicht in regionalen Entscheidungsprozessen verleihen. Die Ergebnisse deuten zudem auf eine veränderte Haltung der Wähler gegenüber der Rolle der AfD in der deutschen Politik hin.