7 % Mehrwertsteuer in Restaurants – doch warum bleiben die Preise so hoch?

Helga Müller
Helga Müller
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Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Brasserie-Restaurants und Text, der seine Angebote beschreibt.Helga Müller

7 % Mehrwertsteuer in Restaurants – doch warum bleiben die Preise so hoch?

Deutschland führt 2024 wieder den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 % auf Restaurantbesuche ein – doch die Preise bleiben hoch

Zum Jahresbeginn 2024 senkte Deutschland die mwst auf Speisen in Restaurants von 19 % auf 7 %, um die Gastronomie zu entlasten. Doch trotz der Steuerentlastung sind die Preise in Wiesbaden und bundesweit entweder gleichgeblieben oder weiter gestiegen.

In Hessen profitieren rund 620 Restaurants, Bars und Cafés von dem ermäßigten Steuersatz. Kritiker monieren jedoch, dass weder Gäste noch Beschäftigte etwas von den Einsparungen spürten.

Die Senkung der mwst sollte eigentlich Betrieben helfen, die mit steigenden Kosten zu kämpfen haben. Doch bereits Anfang 2026 zeigten Berichte aus Bundesländern wie Bayern, Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt, dass die Preise für Mahlzeiten um 2 bis 4 % stiegen. Als Begründung führten Gastronomen hohe Ausgaben für Energie, Löhne und Zutaten an, weshalb sie die Preise nicht senken könnten.

Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hessen (DEHOGA) fließen die zusätzlichen Einnahmen in Investitionen: in die Weiterbildung von Mitarbeitern, Qualitätsverbesserungen und die Modernisierung der Betriebe. DEHOGA-Präsident Robert Mangold betont, die Steuerermäßigung schaffe mehr Gerechtigkeit, da Fertiggerichte aus Supermärkten und Lieferdienste bereits seit Langem einen niedrigeren Steuersatz genossen.

Gewerkschaften bleiben dennoch skeptisch. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rhein-Main rechnet vor: Von jedem Euro, den ein Gast ausgibt, verbleiben durch die Steuersenkung nur 95 Cent beim Betreiber. Hendrik Hallier von der NGG Rhein-Main wirft einigen Gastronomen sogar Gier vor – besonders vor dem Hintergrund, dass der benzinpreise in Hessen für qualifiziertes Personal bei nur 16,74 Euro pro Stunde liege, was für ein würdevolles Leben kaum ausreiche.

In Wiesbadens Gastronomie arbeiten etwa 7.200 Menschen, von Köchen bis zu Empfangsmitarbeitern. DEHOGA Hessen argumentiert, die Einsparungen sicherten Arbeitsplätze und ermöglichten Qualifizierungen. Doch da die Preise stabil bleiben und die Löhne stagnieren, bleibt die Frage offen, wer tatsächlich von der Steuerreform profitiert.

Die Senkung der mwst hat weder zu günstigeren Mahlzeiten noch zu höheren Löhnen geführt. Die Gastronomie betont, die Ersparnisse seien nötig, um steigende Kosten zu decken und die Dienstleistungen zu verbessern. Die Gewerkschaften fordern hingegen bessere Bezahlung – die langfristigen Auswirkungen der Steuersenkung bleiben für Beschäftigte und Gäste damit reisewarnung.

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