400 Jahre jüdisches Erbe: Neue Ausstellung in der Rhön erinnert an verlorene Gemeinden
400 Jahre jüdisches Erbe: Neue Ausstellung in der Rhön erinnert an verlorene Gemeinden
Neue Ausstellung zeigt 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön
In Hilders hat eine Ausstellung eröffnet, die 400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön beleuchtet. Unter dem Titel "400 Jahre jüdisches Leben in der Rhön" wurde die Schau vom Historiker Dr. Michael Imhof konzipiert, der sich seit über 40 Jahren mit der jüdischen Geschichte der Region beschäftigt. Zu sehen ist die Ausstellung an zwei Orten: in der Mittelpunktschule Hilders sowie im Hessischen Verwaltungsgebäude des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.
Die Rhön beherbergte einst blühende jüdische Gemeinden in mindestens sechs Dörfern, darunter Wüstensachsen, Gersfeld und Schmalnau. Größere Siedlungen wie Barchfeld, wo 1887 noch 240 jüdische Einwohner lebten, spielten dabei eine zentrale Rolle. Über Jahrhunderte prägten diese Gemeinden das wirtschaftliche, soziale und politische Leben der Region – bis ihre Synagogen zwischen 1938 und 1942 im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung zerstört oder entweiht wurden.
Bei der Eröffnung präsentierte Dr. Imhof detaillierte Einblicke in das jüdische Leben der Region. Auch Sebastian Müller, Mitglied des Hessischen Landtags, nahm teil und betonte, wie wichtig es sei, sich sowohl an die lebendige Geschichte als auch an die Verbrechen der NS-Zeit zu erinnern. Schülerinnen und Schüler halfen bei der Vorbereitung der Ausstellung mit und zeigen damit, wie sich die jüngere Generation mit diesem Erbe auseinandersetzt.
Die Ausstellung ist noch bis Ende März 2026 zu sehen. Am 26. Februar um 19:00 Uhr hält Dr. Imhof einen kostenlosen Vortrag mit dem Titel "Gegen das Vergessen: Jüdisches Leben in der Rhön" in der Mittelpunktschule Hilders. Als Gast wird Jana Hengstler von der Jüdischen Gemeinde Fulda an seiner Seite sein.
Mit der Ausstellung und dem bevorstehenden Vortrag soll das Gedenken an die jüdischen Gemeinden der Rhön wachgehalten werden. Durch die Einbindung von Schülerinnen und Schülern sowie öffentliche Veranstaltungen hoffen die Veranstalter, diese Geschichte auch für kommende Generationen lebendig zu halten. Die Schau bleibt fast zwei weitere Jahre geöffnet und lädt Besucher ein, sich mit den Geschichten der Region auseinanderzusetzen.
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