1,8-Milliarden-Projekt Regionaltangente West drohen Verzögerungen und höhere Kosten
Carina KrauseVerzögerung bei Bauarbeiten an der Regionalen Westtangente - 1,8-Milliarden-Projekt Regionaltangente West drohen Verzögerungen und höhere Kosten
Großes Schienenprojekt in Deutschland steckt noch vor Baubeginn in Schwierigkeiten
Die Regionaltangente West (RTW), eine neue 1,8-Milliarde-Euro-Strecke, die den Taunus, den Frankfurter Flughafen und Offenbach verbinden soll, erlebt bereits vor Baubeginn Rückschläge. Am Bahnhof Frankfurt-Höchst gibt es Verzögerungen – nun warnen Verantwortliche vor möglichen Kostensteigerungen und einer Verschiebung des für 2030 geplanten Fertigstellungstermins.
Ursprünglich sollte die RTW im Dezember 2030 den Fahrgastbetrieb aufnehmen. Doch die Probleme in Höchst haben bereits wichtige Vorbereitungsarbeiten ausgebremst. Kern des Problems ist die Anpassung der Oberleitungsanlagen, eine Aufgabe, für die spezialisierte Unternehmen benötigt werden.
Die Suche nach einem geeigneten Auftragnehmer gestaltet sich jedoch schwierig. Die Nachfrage nach solchen Fachkenntnissen ist in den letzten Jahren stark gestiegen – angetrieben durch Großprojekte wie Stuttgart 21 und die flächendeckenden Infrastrukturmodernisierungen der Deutschen Bahn. Unternehmen wie ABB, Siemens Mobility oder regionale Spezialisten wie die VRS Verkehrs- und Infrastrukturbau sind stark ausgelastet. Laut Bundesverkehrsministerium sind die Ausschreibungsvolumen für solche Leistungen seit 2021 um etwa 25 Prozent gestiegen.
Die Verzögerung in Höchst könnte den Tunnelbau um sechs bis sieben Monate zurückwerfen. Unklar ist jedoch, wie sich dies auf den gesamten Projektzeitplan auswirkt. Bei einem Budget von 1,8 Milliarden Euro bergen längere Stillstände das Risiko weiterer Kostenexplosionen.
Die RTW steht nun vor Unsicherheiten – sowohl zeitlich als auch finanziell. Während die Suche nach einem qualifizierten Auftragnehmer weitergeht, bewerten die Planer die vollen Folgen der Höchst-Verzögerung. Die für 2030 vorgesehene Inbetriebnahme bleibt zwar noch im Bereich des Möglichen, doch weitere Rückschläge könnten die Kosten über den ursprünglichen Rahmen treiben.