100 Jahre Wolgadeutsche Republik: Gießen feiert bewegtes Erbe in Deutschland

Brunhilde Jessel
Brunhilde Jessel
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Ein Vintage-Plakat für das Zwölfte Deutsche Turnfest Leipzig 1913, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte und Text über das Ereignis zeigt.Brunhilde Jessel

100 Jahre Wolgadeutsche Republik: Gießen feiert bewegtes Erbe in Deutschland

Feier in Gießen markiert 100. Jahrestag der Wolgadeutschen Republik

Ein besonderes Ereignis in Gießen erinnerte an den 100. Jahrestag der Gründung der Wolgadeutschen Republik. Organisiert von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland in Hessen, vereinte die Feier kulturelle Darbietungen, historische Vorträge und prominente Gäste. Die Veranstaltung unterstrich das bleibende Erbe der Wolgadeutschen, deren Nachkommen heute zwischen 1,3 und 2,3 Millionen in Deutschland zählen.

Der Abend begann mit Auftritten zweier Chöre. Der Chor Harmonie unter der Leitung von Rudolf Felde präsentierte traditionelle Stücke, darunter Feldes eigene Komposition Karawane. Der Chor Heimatklang stimmte beliebte Lieder wie Hopsapolka, Schön ist die Jugend und Olga von der Wolga an, die Erinnerungen an die wolga-deutsche Herkunft wachriefen.

Ein Vortrag mit dem Titel Stalins blühender Garten beleuchtete den Kontrast zwischen der idealisierten Vision und der harten Realität der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen. Die 1924 gegründete Republik wurde 1941 aufgelöst, als ihre Bewohner während des Zweiten Weltkriegs massenhaft nach Sibirien und Kasachstan deportiert wurden. Die Diskussion endete mit dem Auftritt dreier junger Frauen, die das Lied 1941 vortrugen – eine berührende Erinnerung an die Entbehrungen jener Zeit.

Zu den Gästen zählten Volker Bouffier, ehemaliger hessischer Ministerpräsident, sowie Annette Wetekam, Vorsitzende des Unterausschusses für Vertriebene und Spätaussiedler im hessischen Landtag. Die Veranstaltung schloss mit Rezitationen von Gedichten wolga-deutscher Autoren und betonte so die tiefen kulturellen Wurzeln der Gemeinschaft.

Die Geschichte der Wolgadeutschen reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als Siedler unter Katharina der Großen in die Region kamen. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung emigrierten in den 1980er- und 1990er-Jahren viele als Aussiedler nach Deutschland – über zwei Millionen Menschen in diesem Zeitraum. Heute bewahren Vereine, Kirchen und Medien ihre Traditionen.

Die Jubiläumsveranstaltung in Gießen ehrte ein Jahrhundert wolga-deutscher Geschichte – von der Ansiedlung über Vertreibung bis zur Neuansiedlung. Durch Musik, Lyrik und Diskussionen wurde die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft und ihr anhaltender Einfluss in Deutschland gewürdigt. Gleichzeitig erinnerte die Feier daran, dass Millionen Nachfahren ihr kulturelles Erbe bis heute lebendig halten.

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